African Aquarium
African Aquarium

Bau einer 3D Rückwand

Auch bei dem Bau der Rückwand ging einige Zeit an Planung ins Land:

 

Wie sollte sie aussehen?

Wo sollte die Technik versteckt werden?

Wie können Höhlen integriert werden?

Wie läßt sie sich verwirklichen und welche Materialien benötigt man?

 

Während sich letzte Frage mit einiger Nachforschung im Internet recht einfach beantworten läßt, benötigen die Antworten auf die anderen Fragen eine Menge Fantasie.

Wer dann noch etwas handwerkliches Geschick mitbringt, kann seinen Rückwandtraum wahr werden lassen.

Meine 3D Rückwand sollte eine Steinlandschaft im Malawisee in der Fels- / Sandzone bzw. Übergangszone darstellen. Ich habe mich für 2 Techniktürme entschieden (1 Turm in jedem hinteren Eck). Das bietet mir etwas mehr Variabilität bei der Unterbringung der Technik.

Und das wird benötigt:

 

- Styroporplatte in verschiedenen Stärken (es gibt sie im Baumarkt in der Größe

  100x50cm und in verschiedenen Stärken (10/20/30/40/50/60/100mm)

 

- Aquariumsilikon oder für den Aquariumbau geeignetes Silikon

 

- scharfes Cuttermesser

 

- Handstichsäge

 

- Lochsäge

 

- Portlandzement

 

- Abtönfarbe

 

- verschiedene Pinsel und Spachteln

 

- Aquariumsand (passend zum Bodengrund)

 

- Belüftungsgitter (runde und eckige Möbelbelüftungsgitter aus Kunststoff)

 

- Epoxidharz für die Aquaristik / Terraristik

 

Ich verwende 2-Komponenten-Epoxidharz der Firma "Breddermann Kunstharze" mit der Typenbezeichnung "E45TM"

-> hier der Link: http://www.breddermann-kunstharze.de/

 

1. Schritt: Ausformung der Grundstruktur aus Styropor

 

Zunächst mußten die Grundwände mit den Techniktürmen, dem Sockel und den Wasseröffnungen mit den Möbelbelüftungsgittern (durch diese gelangt später das Wasser in die Techniktürme) montiert werden. Auch die Durchgänge für die Einströmer der Filter können hier schon bedacht werden. Wichtig ist, die Rückwand in einzelne Teilstück zu zerlegen, damit sie später auch problemlos in das Becken eingebracht werden kann. Ich empfehle Teilstück von ca. 60cm breite (maximal).

 

2. Schritt: Ausformung der 3D Optik und Höhlen

 

Durch übereinanderlegen mehrerer Styroporplatten lassen sich verschieden tiefe Höhlen und Vorsprünge mit Hilfe der Handstichsäge und des Cuttermessers ausschneiden bzw. ausformen. Die einzelnen Lagen werden dann miteinander und anschließend auf den Grundwänden mit Silikon verklebt. An den Übergangsstellen von einem Rückwandteilstück zum Nächsten,  kann man aufgesetzte Strukturstücke überstehen lassen und verdeckt so die Lücken.

die fertige Grundfom aus Styropor

 

3. Schritt: Auftragen des Zementes

 

Nachdem die Grundform also fertig ist, wird es Zeit sie mit Zement zu bestreichen, um ihr endlich eine Steinoptik zu verpassen. Ich habe den Portlandzement mit Aquariumsand angemischt (je mehr Sand, um so rauer und natürlicher wird die Oberfläche). Anschließend geben ich den Zement mit einem Spachtel oder einer kleinen Schaufel auf die Styroporform und verteile ihn dann mit einem Pinsel auf der Form. Der Zement sollte so aufgetragen werden, daß kein Styropor mehr zu sehen ist. Die Rückseite und Sockelunterseite (also die Seiten, die am Aquariumglas anliegen), sowie die Innenseite der Techniktürme werden nicht zementiert.

die fertig zementierte Rückwand

 

4. Schritt: die Farbe auftragen

 

Nachdem der Zement fertig getrocknet ist, habe ich mit schwarzer und weißer Abtönfarbe die Konturen der Rückwand hervorgehoben. Die nichtzemtierten Bereiche  (Rückseite und Technikturminnenseiten) wurden ebenfals schwarz bemalt.

die fertig bemalte Rückwand

 

5. Schritt: das Epoxidharz aufbringen

 

Wenn auch die Farbe getrocknet ist, wird es Zeit dafür zu sorgen, das die Rückwand eine Schutzschicht bekommt - Epoxidharz. Dies soll verhindern, daß eventl. Farb- oder Zementstoffe in das Wasser abgegeben werden oder Wasser in das Innere der Rückwand eindringen kann. Auch sorgt das Harz dafür, daß sich Algen und Verschmutzungen sehr leicht, z.B. mit einer Zahnbürste, entfernen lassen. Zu guter Letzt schützt das Harz die Rückwand auch vor Knabberattacken der Fische.

Das von mir von der Firma Breddermann-Kunstharze verwendete Epoxidharz E45TM ist extra für den Aquarium- bzw. Terrariumbau hergestellt und gibt nach dem Trocknen keinerlei Giftstoffe mehr ab. Es wird im Verhältnis 70:100 (Härter : Harz) gemischt. Anschließend habe ich es mit einem Pinsel aufgetragen. Bevor es anzieht (nach ca. 45 Minuten), streue ich, passend zum Bodengrund, Aquariumsand darüber. Das ergibt eine natürliche, nicht mehr wie Harz glänzende, Steinoptik.

6. Die fertige Rückwand

Die fertige Rückwand wird nach ca. 2 Wochen Trockenphase in das Aquarium mit Silikon eingeklebt. Ich empfehle sie komplett einzukleben und auch die Teilstücke miteinander zu verkleben. Das verhindert, daß kleine Fische hinter die Rückwand in eventl. klebebedingte Hohlräume gelangen. Besonders den Sockel würde ich mit der Bodenscheibe mit einer Rundumnaht verkleben. So gelangt auch kein Sand unter die Rückwand.

 

Ich habe den Fehler gemacht, die Rückwand zuerst nur punktuell zu verkleben. Das Ende vom Lied war, daß sich das linke Teilstück durch immerwährende Sandansammulung unter dem Sockel hob und die Klebepunkte sich lösten. Glück, das dieses Rückwandstück nicht ganz aufschwamm, hatte ich nur, weil es zum einen ein Eckteil war (dadurch stützte es sich an der Frontscheibe ab) und das ich es zu den Querstegen hin fixiert hatte. Der viele Sand, der dann unter der Rückwand hindurch in den Technikschacht gelangte, machte auch meinem Filter sehr zu schaffen.

 

Also lieber etwas mehr verklebt...

Hier ein paar Rückwandbeispiele:

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