African Aquarium
African Aquarium

letzter Eintrag: 08.02.2016

Mein Malawisee Blog

14.3.2015 (Samstag) - Der Anfang:

 

So, ich habe lange überlegt, ob ich so ein Blog - Dingsbums machen soll - klingt immer so nach langweiligen Mädchentagebuch.

Aber irgendwie habe ich mich doch dazu durchgerungen, um auf diesem Wege meine Erfahrungen mit meinem Malawiseeaquarium mitteilen zu können.  Also doch irgendwie ein Tagebuch...Mädchen.

 

Nun ja, wie fange ich an? Das Becken ist jetzt seit 21.12.2012 in Form des 720l - Aquariums in Betrieb. Das alte 300l Panoramabecken hat als Schaubecken ausgedient, wird aber noch als Aufzucht- und Quarantänebecken genutzt.

Also weiter... Ja, ich kann stolz berichten, den Fischen geht es super. Warum auch nicht? Sie werden schließlich vergöttert. Am Anfang hatte ich so meine Bedenken, weil so vieles an dem Becken selbst gebaut ist. Besonders die Rückwand hat mir schlaflose Nächte bereitet. Aber alles ist bestens gelaufen. Von dem 300l - Panoramabeckenbesatz sind aktuell noch folgende Fische vorhanden: Aulonocara hansbaenshi 1 Männchen / 2 Weibchen, Aulonocara firefish 1 Männchen / 1 Weibchen, 2 Kuckucksfiederbartwelse, 1 Siamesische Rüsselbarbe. Der aktuelle Besatz setzt sich aus Nachzuchten und Neuerwerbungen bzw. Übernahmen aus anderen Becken zusammen und ist wie folgt:

 

Neuerwerbungen (Januar 2013):

Aulonocara hansbaenschi (2 Weibchen)

Placidochromis elektra (1 Männchen / 2 Weibchen)

 

Neuerwerbungen (März 2013):

Labidochromis sp. hongi (2 Männchen / 2 Weibchen)

Labidochromis sp. mbamba (1 Männchen)

 

Neuerwerbungen (Januar 2015):

Labidochromis sp. mbamba (4 Weibchen)

 

Nachzuchten:

Aulonocara firefish (3 Weibchen)

Aulonocara hansbaenshi (1 Männchen)

Labidochromis sp. "Yellow" (1 Männchen / 3 Weibchen)

 

Übernahmen von anderen Aquarien:

Pseudotropheus estherae (1 Männchen)

 

Wenn ich mich nicht verzält habe, komme ich nach aktueller Zählung auf ca. 31 Fische. Und jeder der kleinen Racker hat seinen eigenen kleinen Dickschädel. Aber diese Storys erzähle ich Euch an anderen Tagen...

 

15.3.2015 (Sonntag) - Der Große Blaue:

 

Also fange ich mal mit dem Chef im Ring an. Dieses prächtige Aulonocara hansbaenshi Männchen ist neben dem Großen Roten einer der ältesten Fische im Auarium. Inzwischen ca. 4 Jahre alt und etwa 18-20 wohlgenährte Zentimeter groß, ist er ein wirklich imposantes und farbenprächtiges Tier. Sein Revier ist der Stiefelhöhlenfels im rechten Aquariumbereich. Und diesen verteidigt er vehement und unermüdlich. Andere Fische trauen sich eher selten in sein Revier. Der Höhleneingang zu seiner Stiefelhöhle wird von den anderen Fischen immer mit Highspeed passiert. Nur Weibchen, die Lust auf ein "Schäferstündchen" haben, lädt er gern zu sich in die Höhle ein und läßt seinen ganzen Charme spielen.

Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, sich mit dem Großen Roten anzulegen und seine Kraft mit ihm zu messen. Ach ja, gut daß ich das Becken zusätzlich mit Plexiglas abdecke. So wird der Deckel nicht ständig naß und die beiden Raufbolde können nicht aus versehen aus dem Becken springen - aber scheppern tut das manchmal schon etwas. Auch mir will er immer wieder zeigen, daß er der Boß ist - dumm nur, dass ich die besseren Karten in Form von Futter habe...HaHa...dann wird auch er immer wieder zum handzahmen Schmuser.

Aber dennoch stichelt er mit dem Großen Roten manchmal ausgerechnet dann eine Rauferei an, wenn ich das Becken reinige. ...Hatte ich schon erwähnt, daß bei ihren Raufereien eine Menge Wasser spritzt? ...Nun ja, das bekomme ich dann ab und sehe dann wie frisch geduscht aus.

Kreativ ist er übrigens auch...sein Revier ist gekennzeichn durch malerische Sandhügel und -mulden sowie freiligende Steine und künstlerisch zurechtgestutzte Pflanzen. Nur beim Futter ist er recht anspruchslos. Ob Frost-, Lebend- oder Trockenfutter - hauptsache die Futterluke wird pünktlich 19:00Uhr gefüllt.

Und wenn dieser kleine Kraftprotz mal einen schlechten Tag hat...um Himmels willen... dann ist die rechte Aquariumseite sehr unbewohnt.

16.3.2015 (Montag) - Der Große Rote:

 

Der zweite "Alte Sack" im Aquarium ist ein kleiner Dickschädel. Dies geht schon beim Futter los. Da ist er ganz penibel. Zuerst gibt es die Shrimp-Sticks bei denen er vor Freude fast durch dn Futterring springt. Dann dürfen die anderen genüsslich ihr Futter verputzen, während er auf seinen Sticks herumkaut. Und wehe es gibt am Ende der Fütterung keine getrockneten Tubifex-Würfel, aber dann brodelt das Wasser... Hat er aber auch die Würfel bekommen, läßt er sich sogar streicheln und frißt einem aus der Hand...echt wahr. Aber wenn es keine Sticks oder Würfel gibt, zieht er sich schmollend in seine Höhle zurück und läßt seinen Frust an den anderen Fischen in der Nähe seiner Höhle aus.

Sein Dickschädel zeigt sich aber auch daran, daß er stets bemüht ist, den Großen Blauen zu provozieren und immer wieder seinen Kräfte mit ihm zu messen...auch, wenn er stets den Kampf mit seiner Flucht beendet. Ja, der Klügere gibt ja bekanntlich nach, oder?

Ja, der Kügere...moment, da war doch noch die tolle Geschichte mit seiner Höhle. Sein Revier ist der große flache selbstgebaute Höhlenstein im Zentrum des Aquariums. Zwar hält er sich vorwiegend vor dem Eingang zu dieser Höhle auf, aber zum Schmollen oder wenn er seine Ruhe haben will, zieht er sich in diese Höhle zurück und wirft hin und wieder mal einen Blick zum "Höhlenfenster" (das ist der kleinere Höhlenzugang für kleinere Fische) heraus. Einmal war er vor der Fütterung, nach einem der üblich endenden Duelle mit dem Großen Blauen, in seiner Höhle verschwunden. Kaum bekam er aber mit, daß die Fütterung begonnen hatte, wollte er schnellstmöglich Richtung Futterring stürmen. Dummerweise geradewegs durch das Höhlenfenster und dann...blieb er stecken. Naja, zum Glück habe ich seine erfolglosen Versuche sich zu befreien, mitbekommen. Erst war er überhaupt nicht begeistert, sich von mir helfen lassen zu müssen. Aber es half nichts. Nachdem ich ihn wieder befreit hatte, zog er sich erst einmal frustriert in seine Höhle zurück und erst als alle anderen Fische bereits mit ihrem Futter beschäftigt waren, holte er sich reuhmütig sein Futter. Seitdem hat er wohl gemerkt, daß das Höhlenfenster nicht als Expressdurchgang für ihn geeignet ist.

Ja, der Rote ist schon so ein Typ...   

17.3.2015 (Dienstag) - Elektra:

 

Dieses prächtige Placidochromis elektra Männchen war zusammen mit 3 Weibchen ein Neuzugang nach Fertigstellung des 720l Aquariums. Und der Spontankauf damals hat sich mehr als gelohnt, denn dieser Bursche ist nicht nur optisch eine Sensation im Becken, sondern auch durch sein Verhalten. Placidochromis elektra  sind Bewohner der Übergangs- und Sandzonen und ernähren sich von Futter, nach dem sie im Bodengrund suchen. Das scheint auch der Grund zu sein, warum dieses Kerlchen, zusammen mit seinen Weibchen, immer meine ständigen Begleiter sind, wenn ich das Becken reinige. Immer dann, wenn ich den Sand etwas um- oder zur Seite schichte (z.B. beim Mulmabsaugen oder um hinter bzw. unter Steinen sauber zu machen), schauen die Vier nach, ob da nicht doch etwas Freßbares zu Tage kommt. Erst wenn sie sich davon überzeugt haben, daß nichts Freßbares mehr zu finden ist, kann ich den Sand wieder zurückschichten. Auch beim Scheibeputzen achten sie sehr penibel darauf, daß das auch ordentlich gemacht wird.

Optisch sind sie, wie erwähnt, auch sehr schön anzusehen: "Hellblau mit silbernen Schimmer und schwarzer Indinianerbemalung am Kopf" würde ich sie laienhaft beschreiben, wenn sie sich wohlfühlen. "Silbern und ohne Tarnfleck" schauen sie aus, wenn sie sich nicht ganz so gut drauf sind. Wobei man sagen muß, daß die Weibchen nicht diese hellblaue Färbung aufweisen, wie das Männchen.

Nur mit Nachuchs hat es bis jetzt noch nicht geklappt. Ich habe das Männchen zwar schon mit seinen Weibchen balzen gesehen, aber meine beiden Großen Aulonocaras haben dann leider immer die Störenfriede gespielt. Schade, aber da ich keine gezielte Zucht beabsichtige, werde ich wohl keine Placidochromis Jungtiere aus eigener Nachzucht haben und leider kränkelt seit einigen Tagen eines der Weibchen, so daß ich es in Quarantäne unterbringen mußte.   

Aulonocara firefish Weibchen (maulbrütend)

29.9.2015 (Dienstag) - "Zickenterror" im Becken:

 

Heute habe ich endlich wieder einmal Zeit gefunden, etwas zu schreiben. An dieser Stelle dachte ich mir, wird es einmal Zeit, auch zu den Mädels im Becken etwas in Schrift zu verfassen. Die Rede ist hier von den Aulonocara - Weibchen. Und hier rede ich von allen Mädels, die vom Großen Roten und die vom Großen Blauen. Prinzipiell sind es ja ganz süße nette Mädels, zeigen sich immer und sind immer quietschvergnügt. Zwar etwas farbloser oder weniger auffällig gefärbt aber dennoch sehr schön anzuschauen.

Aber wehe wehe, wenn da Neuzugänge im Becken Einzug halten...autsch. Dann wird aus den kleinen Feen kleine giftige Furien. Dem Neuzugang wird das Leben dann erst einmal riiiichtig schwer gemacht. Spießroutenlauf - ich glaube so könnte das richtig genannt werden. Aber wer diese Strapazen heil übersteht, ist abgehärtet für die Chefs im Ring, also deren "Große" Mannstypen. Nach einigen Tagen im Hexenkessel normalisiert sich die Lage in der Regel aber wieder. Gott sei Dank... Frauen eben (es soll aber auch Männer geben, die ähnlich...).

Es ist aber auch nicht leicht für die Mädels. Normalerweise haben sie keine Reviere. Aber was macht ein Fisch vor lauter langer Weile: Fressen, Schwimmen und ja, richtig, Fortpflanzen. Und das ist leider für die Mädels ein Leistungssport, denn die Großen Kerle sind an manchen Tagen unersättlich. Und wenn es dann mit der Familienplanung schon wieder geklappt hat, dann ziehen sich auch die Mädels in eine ruhige Aquariumecke zurück und diese wird dann auch verteidigt. Und das richtig. Immerhin haben die Mädels dann für eine längere Zeit, im wortwörtlichem Sinne, die Schnautze voll (sind ja Maulbrüter). Derjenige arme Fisch, der sich dann dorthin verirrt...ja, hmm...ich hoffe er hat Glück... nein so schlimm sind sie auch nicht (es gab noch keine Toten und auch keine Verletzten). Aber sie sorgen auch für etwas Bewegung im Wasser.

Und das ist ja auch gut für die Figur. Prinzipiell kein Thema bei den Hübschen - sie kiregen ja Top-Futter. Und auch wärend der Schwangerschaft haben sie Glück. Im Gegensatz zu uns Menschen fressen sie weniger und verlieren stark an Körperfülle während der Tragzeit. Nach dem Freisetzen der Jungen wird wieder den ganzen Tag gefressen. Da wird man(n) schon neidisch, wenn es um die Figur geht.

Eben Frauen...WOW ;-)

Aulonocara hansbeanschi Weibchen

15.11.2015 (Sonntag) - Die Fiederbartgang:

 

Da es in meinem Aquarium nicht nur Barsche gibt, sondern auch 2 wirklich prächtige ausgewachsene Fiederbartwelse möchte ich heute ein paar Worte über diese schreiben. Sie wurden mir als Synodontis multipunctatus (auch bekannt unter dem deutschen Namen "Kuckucksfiederbartwels" oder "Kuckuckswels") verkauft. Kay hat in seinem Aquarium allerdings auch "Kuckuckswelsen" ein zu Hause gegeben und ich muß sagen, diese sehen von der Zeichnung (vor allen in den Flossen), Färbung (Weißanteil) und Größe etwas anders aus. Jetzt könnte man ja sagen, das die Welse von Kay noch nicht voll ausgewachsen sind, aber er hat die Tierchen auch schon eine ganze Weile (über ein Jahr) und meine Welse sind sehr viel größer als der "Kuckuckswels", der mit einer durchschnittlichen Größe von 12-15cm angegeben wird. Beim Betrachten der Welse in U. Glasers  "Welse Afrikas" vom Aqualog Verlag fiel mir auf, das meine Prachtkerlchen eher aussehen wie Synodontis cf. multimaculatus. Das würde auch von der Größe her eher passen, denn diese Tiere werden mit ca. 20-25cm angeben.   

Unabhängig ihrer wahren Artenbezeichnung, sind es wunderbare und quirlige Tiere. Ich nenne sie immer "meine kleinen Haifische". Normalerweise sind die Welse ja nacht- bzw. dämmerungsaktive Fische, aber meine Welse sind auch Tagsüber immer wieder im Becken zu sehen. Auch meine Sonnenuntergangs- und Mondlichtphasen begünstigen dies. Wenn diese Welse dann gemütlich durch das Becken schwimmen, sieht es in der Tat so aus, wie sich ein Hai durch das Wasser bewegt - echt cool und majestätisch.

Da sie aber auch, besonders die Männchen, Einzelgänger sind (ich habe damals 2 gekauft - da das Geschlecht nicht wirklich erkennbar ist), sind allerding auch immer wieder Momente im Becken, wo sich die beiden Welse regelrecht durch das Becken jagen (was mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit und teilweise nicht ganz ohne Blessuren von statten geht). Aus diesem Grund sollte man sie eigentlich einzeln oder in Gruppen halten. Aber ich möchte keinen meiner beiden Lieblinge wieder hergeben.

Mit den Barschen kommen sie absolut super aus. Nur der große Blaue ist an manchen Tagen, bei der Verteidigung seines Reviers, absolut intolerant. Auch die Jungfische hatten, obwohl ja Fiederbartwelse auch vor kleinen Fischen als Nahrung nicht halt machen sollen, bisher nichts zu befürchten. 

Aber warum den eigentlich die "Fiederbartgang": Ja, mit der "Familie" ist das hier auch so eine Sache - man schlägt sich (wenn es darum geht, wer der Boss ist), man verträgt sich (wenn es ums Fressen geht). Und hat der große Blaue wieder seinen intoleranten Tag, scheinen sich die beide Welse abwechselnd einen Spaß daraus zu machen, den Blauen auf die Palme zu bringen, wenn sie dann ständig abwechselnd durch sein Revier streifen und seine Sticheleien ignorieren. Voll die kleinen Gangster...

 

Unten noch einmal zum Vergleich: Bild links = mein Fiederbartwels, Bild rechts = Kays Fiederbartwels

 

08.02.2016 (Montag) - "Der König ist tot, es lebe der König" :

 

Am Samstag den 6.2.2016 erlebt ich wieder das traurige Ereignis, einen Aquariumbewohner tot vorzufinden. Doch hier war das Ende schon seit geraumer Zeit absehbar. Früher war er ein König, groß und kräftig, wohlgenährt...ja fast schon "kugelrund". Ich verglich ihn immer mit einer Bulldogge, an die er mich immer erinnerte, wenn er direkt auf einen zuschwamm. Die Rede ist von meinem Pseudotropheus estherea.

Ich übernahm ihn von einem Bekannten, der sein Aquarium leider aufgeben mußte. Obwohl er vom Besatz her eigentlich nicht in mein Becken paßte, nahm ich ihn dennoch auf. Ich übernahm ihn mit der Aussage, "er sei ein ganz schöner Rüpel und Stinker". Aber er benahm sich in meinem Becken stets gut und war sehr zurückhaltend - ein richtiger sanfter Riese und ein König ohne Königin. Ein grund für seine Sanftmut war wohl auch, daß er sein Dasein ohne Weibchen verbrachte. Ein Weibchen für ihn zu erwerben, kam für mich nun aber wirklich nicht in Frage. Immerhin hatte er auch schon einige Jahre auf dem Buckel. Ohne Weibchen mußte er ja auch nie wirklich zeigen, was für ein Prachtkerlchen er ist. So lebte er stets im Hintergrund, zurückgezogen und ließ den anderen Kraftprotzen den Ring. Aber mit sich stenkern ließ er auch nicht. Wenn man ihn ärgerte, mußte der Gegner auch bereit sein, genügend einstecken zu können. Doch auch sein Leben nahm ein Ende. Es fing damit an, daß er immer dünner wurde. Dies zog sich über Monate. Kaum noch Haut und Knochen, hatte er schließlich am Ende keine Kraft mehr zum Schwimmen...der König ist tot, es lebe der König...  

Kommentare

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